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:: Konzeption der Seminare
Bei der Konzeption geht es darum die Themenschwerpunkte inhaltlich
zu erfassen und aufzuarbeiten.
Die Kombination der pädagogischen, sozialen
und wirtschaftlichen Betrachtung steht dabei im
Mittelpunkt.
Das Konzeptionsteam setzt sich daher auch aus einem Gastwirt der
Region, 2 Sozialpädagoginnen und einem Tourismuskaufmann zusammen.


Jedes Seminar wird neu und individuell konzipiert – es wird
darauf geachtet, dass die Seminare den jeweiligen Bedürfnissen
der Teilnehmer angepasst sind und die Thematik den jeweils
aktuellen Fragen und Problematiken entspricht.
Inhalte, die sich bei einem Seminar nicht ausreichend bearbeiten
lassen, werden im darauf folgenden Termin wieder in die Konzeption
aufgenommen und in der Ausschreibung bekannt gegeben werden.
Trotzdem soll jedes Seminar eine in sich abgeschlossene und qualitativ
hochwertige Informationsveranstaltung, auch für „Einmalteilnehmer“,
sein.
Deshalb werden sich die Schwerpunkte Integration und Sensibilisierung
der Bevölkerung in jedem Seminar wieder finden.
Eine der größten Barriere für Menschen
mit Behinderung besteht in der ablehnenden und entmündigenden
Haltung der Gesellschaft. Trotz der beachtlichen Fortschritte
sind die Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen noch
immer tief in der Bildungspolitik, sowie im gesellschaftlichen und
kulturellen Leben, verwurzelt.
Daher bestehen für Menschen mit Behinderungen häufig
nur beschränkte Möglichkeiten hinsichtlich der Bildung,
der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, der Stärkung des
Selbstbewusstseins, der Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten
und der Integration am Arbeitsmarkt. Es ist noch viel zu tun um
die Klischeevorstellungen der Gesellschaft gegenüber Menschen
mit Behinderungen zu korrigieren. Solange dies nicht gelingt, kann
das Potenzial von Menschen mit Behinderungen nicht ausgeschöpft
und ihr Beitrag für die Gesellschaft nicht umfassend genutzt
werden.
Das Thema „Behinderung“ wird gerade in ländlichen
Bereichen oft noch als Tabuthema behandelt und abgetan.
Hier ist es von dringender Notwendigkeit, gerade wenn es um Arbeitsintegration
geht, die Arbeitgeber auf das Thema vorzubereiten und sie somit
nachhaltig zu sensibilisieren.
Wichtig dabei ist es aber auch immer die Interessen der Teilnehmer,
den Gastwirten, zu vertreten, ihren Bedenken und Überlegungen
„Raum zu geben“ und somit eine ganzheitliche Sicht der
Thematik nicht außer Acht zu lassen.
Die Kombination der pädagogischen, sozialen und wirtschaftlichen
Betrachtung steht dabei im Mittelpunkt und garantiert eine ganzheitliche
Information. Die objektive Informationsqualität liegt in der
interdisziplinären Gestaltung des Teams.
Es wird immer zumindest ein Vertreter der Gastwirte, sowie mindestens
ein Interessensvertreter der Menschen mit Behinderung (Soz. Päd.,
Assistenten, Job Coach, …) an der Konzeption und Durchführung
der Seminare mitarbeiten.
Insgesamt werden die Seminareinhalte den Zielsetzungen der EU,
mit dem Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung 2003,
angepasst sein.
(verkürzte Wiedergabe der acht Ziele – Artikel 2 des
Beschlusses des Rates über das Europäische Jahr der Menschen
mit Behinderungen 2003, AB1. der EG Nr. L335/15 vom 19 Dezember
2001, Seite 16-17)
- Sensibilisierung für den Diskriminierungsschutz und die
Gleichberechtigung behinderter Menschen;
- Förderung der Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung;
- Förderung beispielhafter Verfahren und Strategien (Best
Practice Modelle);
- Stärkung des Zusammenarbeit aller Beteiligten im Behindertenbereich;
- Positive Darstellung der Menschen mit Behinderungen;
- Sensibilisierung für die Heterogenität der Bevölkerungsgruppe
der Menschen mit Behinderungen und die Vielfalt der Behinderungen;
- Sensibilisierung für die vielfältigen Formen der
Diskriminierung behinderter Menschen;
- Besondere Sensibilisierung für die Rechte behinderter Kinder
und Jugendlicher im Bildungsbereich.
Der Verein Rialto wird sich bei den Seminaren hauptsächlich
mit den Punkten 1; 2; 6 und 7 auseinander setzen.
Wichtig bei der Konzeption und Durchführung der Seminare
ist, dass der Bezug zur Realität immer gewahrt
bleibt. Integrationsbeispiele werden veranschaulicht und den Teilnehmern
erklärt. Die entstehenden Probleme bei Anstellungen von Menschen
mit Behinderung dürfen nicht verschönt oder gar bestritten
werden, trotzdem ist es aber ein Anliegen diese zu relativieren
und ins rechte Licht zu rücken.
Aus Erfahrungen mit der Einstellunge von Menschen mit Behinderung
wissen wir, dass die aktuelle Gesetzeslage und die Förderbestimmungen
ein sehr schwer durchschaubares Problem darstellen. Viele
Arbeitgeber wissen noch nicht einmal, dass es Förderungen gibt.
Die Förderungshöhe muss aber nachvollziehbar sein. Es
ist für die Betriebe oft nicht klar welche Behörde für
welche Förderung zuständig ist. Für die Unternehmen
hingegen ist es oft nicht nachvollziehbar, für welchen Zeitraum,
welche Förderung ausbezahlt wird.
Es gibt von den Behörden sehr unterschiedliche Informationen
über die Förderungshöhe und die Dauer der Förderungen.
Oft werden gegenüber dem Unternehmen widersprüchliche
Aussagen gemacht.
Es ist für Unternehmen problematisch, dass Zeiten der Abwesenheit
auf Grund eines Krankenstandes für die Förderung des Dienstverhältnisses
nicht mitgerechnet werden.
Viele Unternehmen stellen bewusst keine Anträge auf Förderungen,
da sie nur jene MitarbeiterInnen aufnehmen, welche die geforderte
Leistung erbringen. Unabhängig davon ob eine Behinderung vorliegt.
Klärung ist hier von enormer Wichtigkeit.
Ein weiteres Thema das Integration von Anfang an in ein schlechtes
Licht rücken lässt ist der Mythos des Kündigungsschutzes
– jeder weiß davon, aber nur ganz wenige kennen sich
wirklich mit der Materie aus. Bei einer Studie des Institutes für
humanistisches Management wurde der Kündigungsschutz als Hauptgrund
angeführt, warum so wenige Unternehmen bereit sind behinderte
Menschen aufzunehmen. Der häufigste Wunsch der Unternehmen
ist, dass der Kündigungsschutz für begünstigt behinderte
MitarbeiterInnen geändert bzw. flexibilisiert werden soll.
Bei Seminaren die sich mit den gesetzlichen Vorschriften
und Auflagen beschäftigen, ist bereits bei der Konzeption ein
Jurist anwesend, welcher auch während der Seminare für
etwaige Fragen zur Verfügung steht.


Auch die Durchführung der Seminare wird auf einer interdisziplinären
Ebene stattfinden, die Referenten sind wiederum aus den oben genannten
Bereichen zusammen gestellt.
Die Durchführungselemente der Seminare setzen sich aus Moderation
und Präsentation zusammen.
Die Seminare finden mindestens 2 x pro Jahr statt
und enthalten jeweils die Novellen und Neuerungen aus diesem Bereich.

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